Die Eröffnung der Ausstellung unter Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten Dr. Thadäus König findet am 3. März 2026 um 17 Uhr statt im Funktionsgebäude des Thüringer Landtags.
3.März bis 26. April 2026
DIE IDEE
In dem Projekt „BLIND DATE“ trifft Kunst unmittelbar auf Gesellschaft. Wir brechen einmal mehr die traditionellen Grenzen von kuratorischen Konzepten und künstlerischen Kooperationen auf, um Raum für Begegnung zu schaffen.
Zur Ausstellung
In der Schau, die ab dem 3. März 2026 im Thüringer Landtag zu sehen sein wird, sollen Schlüsselwerke, Werke zu gesellschaftlich relevanten Themen oder Lieblingsstücke ausgestellt werden. Bis zu 50 Künstler:innen werden zur Teilnahme ausgelost und bekommen ebenfalls in diesem Losverfahren Partner:innen zur Seite gestellt. Diese vertreten verschiedene Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in Thüringen und sind offen für den Dialog. Sie werden durch die Verbandsräte bzw. die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle zum Projekt eingeladen.
Im Projekt „BLIND DATE – Kunst trifft Gesellschaft“ geht es um das Schaffen von Beziehungen, die berühren, inspirieren und herausfordern. Wie begegnet man noch unbekannten Kunstwerken, was kann ein Austausch darüber bewirken? Wir stellen die Frage nach der Bedeutung von Kunst.
Der Besuch im Atelier von Stefan Böhm, war eine eindrucksvolle Erfahrung, ein inspirierendes Erlebnis, eine belebende Gefühligkeit. Seine Offenheit, Begeisterung und Liebe zum Detail haben mich sehr beeindruckt. Zwischen Werkzeugen, Skizzen und halbfertigen Arbeiten sowie sorgfältig aufgestellten Skulpturen öffnet sich ein Raum, in dem das Material zu atmen scheint. Hier entsteht Kunst mit Substanz – sichtbar wird der Dialog zwischen Hand, Stein und der Idee. Die Atmosphäre ist geprägt von konzentrierter Ruhe und gleichzeitig von kreativer Energie. Jede Skulptur erzählt eine Geschichte, jede Oberfläche trägt Spuren der Arbeit, jeder Handgriff ist ein Ausdruck innerer Präzision und Leidenschaft. Stefan Böhm versteht es, dem Material eine Seele einzuhauchen. Beim Rundgang durch das Atelier wird deutlich, dass es nicht allein um Formgebung geht, sondern um das Sichtbarmachen des Unsichtbaren: eine bildnerische Auseinandersetzung mit Gewicht und Leichtigkeit, mit dem Verhältnis von Raum und Körper. Der Besuch hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck von sinnlicher Geborgenheit und einer schöpferischen Kraft begegnet zu sein, die sich zwischen handwerklicher Disziplin und künstlerischer Freiheit entfaltet.
Die Steinskulptur ist kein Objekt der Stunde. Sie widersetzt sich der Eile. Jeder Schlag des Werkzeugs ist eine Entscheidung, unwiderruflich, endgültig, wie ein Gedanke, der sich manifestiert und sich im Stein einschreibt. Vielleicht ist das der eigentliche Äon, die Kunst: nicht das Überdauern allein, sondern die Fähigkeit, Zeit in Präsenz zu verwandeln.
Der Stein schweigt. Und gerade darin spricht er.
Text: Simone Fuchs / IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar